Posted by on Čvn 30, 2020 in Deutsch | 0 comments

Was falsch läuft, Klenks Kampf, Diversitäts-Checkliste

Was falsch läuft, Klenks Kampf, Diversitäts-Checkliste

1. Was falsch läuft im Journalismus
(br.de, Knut Cordsen)
Birk Meinhardt schrieb lange Zeit als festangestellter Reporter für die „Süddeutsche Zeitung“, doch irgendwann setzte eine Entfremdung ein, und Meinhardt verließ schließlich das Blatt. In seinem neuen Buch „Wie ich meine Zeitung verlor“ schildert er, warum er der „SZ“ den Rücken kehrte. Im Telefoninterview mit dem BR gibt Meinhardt den Medien eine Mitschuld am Lagerdenken: „Der Journalismus trägt meines Erachtens eine Riesenschuld an der Verhärtung der Fronten, die er selber beklagt. Er bringt sie maßgeblich mit hervor und er beklagt sie danach.“ Typisch sei ein Satz, der einmal in der „Süddeutschen“ gestanden habe: „Da hieß es: Wir sollten schon mit den Ausgescherten, also mit den Populisten, den Wütenden, all denen, zu denen wir nicht mehr dringen, reden, auch wenn es fast sicher ist, dass wir sie nicht werden überzeugen können. Das ist ein scheinbar banaler Satz. Wenn man ihn aber einmal hin- und herwendet, dann ist eine ungeheure Anmaßung darin enthalten: die Anmaßung, wir, die Journalisten, könnten und müssten die Leute von etwas überzeugen, auch wenn uns das nicht gelingen wird. Und was auch darin steckt: Wir müssen nicht überzeugt werden. Wir wollen von der Gegenseite gar nichts empfangen.“

2. Reddit sperrt Gruppe mit 800.000 Trump-Anhängern
(spiegel.de)
Die Online-Plattform Reddit hat eine Trump-Supporter-Gruppe mit 800.000 Mitgliedern wegen fortgesetzter Hassrede geschlossen. Die Moderatoren hätten sich geweigert, „unsere einfachsten Erwartungen zu erfüllen“, so die Reddit-Verantwortlichen. Bei der Amazon-Tochter Twitch sei der offizielle Kanal von US-Präsident Donald Trump wegen beleidigender Kommentare in einem Stream zumindest zeitweilig gesperrt worden.
Weiterer Lesehinweis: Reddit, Acting Against Hate Speech, Bans ‚The_Donald‘ Subreddit (nytimes.com, Mike Isaac).

3. Dieter E. Zimmer gestorben
(sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Die „Süddeutsche Zeitung“ erinnert an den Journalisten, Autor und Übersetzer Dieter E. Zimmer („der letzte Universalfeuilletonist“), der vergangene Woche im Alter von 85 Jahren in Berlin gestorben ist.

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4. Ich hab mich ja schon gefragt, wieso die Krone und ihr Redakteur Pommer so auf mich gefeuert hat.
(twitter.com/florianklenk)
„Falter“-Chefredakteur Florian Klenk wurde vor einiger Zeit vom „Krone“-Kolumnisten Michael Jeannée auf besonders üble Weise beschimpft und in die Nähe des sexuellen Missbrauchs gerückt (auf Klenks Facebook-Seite per Foto dokumentiert). Im März hat das Landesgericht Wien über die Sache entschieden und Jeannée zu einer Geldstrafe von 9000 Euro sowie die „Krone“ zu einer Entschädigung von 6000 Euro verurteilt. Das Urteil weise nach Klenks Ansicht jedoch einen Schönheitsfehler auf: „Wir werden das Urteil aber bekämpfen, denn der Richter hat nur einen kleinen Teil der Suada berücksichtigt, die Jeannee über mich ergossen hat. Viele andere Unwahrheiten blieben unsanktioniert und wurden ihm als ‚Meinung‘ erlaubt. Das werden wir vor dem OLG monieren.“ Auf Twitter schreibt er weiter dazu: „Mein ‚Sieg‘ gegen Jeannee ist nur zum Teil Grund zur Freude. Denn das Gericht hat nur die Bezeichung ‚verderbte Figur‘ als Beleidigung gewertet. Alle anderen Insultationen wurden als ’sachbezogene Kritik‘ beurteilt. Ich reibe mir immer noch die Äuglein.“

5. Filmförderung führt Diversitäts-Checkliste gegen Klischees ein
(rnd.de)
Wer bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) einen Förderantrag stellt, muss auch einen Diversity-Fragebogen ausfüllen. Dabei gehe es in erster Linie darum, die Drehbuchautoren, Produzentinnen oder Regisseure auf diesem Gebiet zu sensibilisieren und unbewusste Vorurteile und Klischees zu hinterfragen. „Wir wollen verstehen und wissen, warum sie ihre Rollen so besetzt und den Stoff so entwickelt haben, wie sie es getan haben“, so die FFHSH-Sprecherin Claudia Hartmann. „Manchmal gibt es ja auch inhaltliche Gründe, warum ein Film nicht divers ist. Die wollen wir aber nachvollziehen können.“

6. Neue Glücks-Zahlen eingetroffen!
(uebermedien.de, Mars Schönauer)
Mats Schönauer ist der offizielle Regenbogenpressebeauftragte des medienkritischen Portals „Übermedien“. Dort ruft er regelmäßig zum „Schlagzeilenbasteln“ auf: „Kettensägen raus, es wird wieder gebastelt! Wir geben Ihnen eine Nachricht, und Sie schnippeln daraus eine titelseitenwürdige Schlagzeile. Sind Sie so gut wie die Profis? Probieren Sie es aus!“

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