Posted by on Zář 21, 2020 in Deutsch | 0 comments

Datenleak FinCEN-Files, Thalias Staatspropaganda, “Lawfare”

Datenleak FinCEN-Files, Thalias Staatspropaganda, “Lawfare”

1. Was sind die FinCEN-Files?
(buzzfeed.com, Marcus Engert)
Nach mehr als einem Jahr Aufarbeitung veröffentlicht “Buzzfeed News” gemeinsam mit dem Internationalen Netzwerk investigativer Journalisten ICIJ und 108 Redaktionen auf der ganzen Welt die sogenannten FinCEN-Files. Dabei handelt es sich um geleaktes Datenmaterial aus dem Besitz der US-Finanzaufsicht, das dokumentiere, wie Großbanken an Oligarchen, Drogendealern und Terroristen verdienen.

2. Thalia bewirbt chinesische Staatspropaganda
(zdf.de, Nils Metzger)
Laut Angaben der Buchhandelskette Thalia teste man an verschiedenen Standorten ein chinesisches Buchsortiment. Dabei handele es sich jedoch um Bücher chinesischer Staatsverlage. Nils Metzger kommentiert: “Es ist nicht unüblich, dass Verlage besondere Werbemaßnahmen in Buchhandlungen mieten – um ihr Programm oder einen Themenschwerpunkt bekannt zu machen. Problematisch ist, dass hier ein im Hintergrund agierender Geschäftspartner politische Werbeinhalte für eine Diktatur anpreisen lässt. Als ‘Thalia-Tipp’, wie es über dem Regal in Berlin heißt.”

3. Lawfare gegen freie Journalisten
(verdi.de, Christian Bunke)
Der englischsprachige Begriff “lawfare” kombiniert die Worte für Recht (law) und Kriegsführung (warfare). Mit der juristischen Kriegsführung sollen missliebige Journalisten und Journalistinnen mundtot gemacht werden. Angriffsziel einer derartigen Attacke sei derzeit der freie Journalist Michael Bonvalot, der bevorzugt über Entwicklungen in der rechtsextremen Szene berichtet. Die juristischen Angriffe können gerade bei freien Medienschaffenden existenzbedrohende Auswirkungen haben: Rechtsschutzversicherungen würden derartige Risiken nicht abdecken.

Bildblog unterstuetzen

4. Neue Chefredakteurin bei “Hinz&Kunzt”
(ndr.de, Stefanie Wittgenstein)
Mehr als ein Vierteljahrhundert wurde Hamburgs bekanntes Straßenmagazin “Hinz&Kunzt” von Birgit Müller geleitet. Nun geht Müller in den Ruhestand. Auf sie folgt Annette Bruhns, die viele Jahre beim “Spiegel” gearbeitet hat und weiß, wie man für eine Sache eintritt: Bruhns ist Mitbegründerin der Initiative “Pro Quote”, die sich für mehr Frauen in Führungspositionen einsetzt.

5. Wie viele Wörter dürfen es denn sein, Frau Justizministerin?
(welt.de, Christian Meier)
Vor über einem Jahr hatte die Europäische Union eine Richtlinie zur Reform des Urheberrechts beschlossen. Nun hat das Bundesjustizministerium einen sogenannten Referentenentwurf angefertigt, der der “Welt” vorliegt. Medienredakteur Christian Meier hat sich den Entwurf angeschaut, der wegen der verschiedenen Interessenlagen noch für Diskussionen sorgen könnte.

6. Trying a horrible experiment …
(twitter.com, Tony Arcieri)
Bei Twitter sprechen derzeit viele über den Algorithmus zur Gesichtserkennung, den der Kurznachrichtendienst einsetzt und der befangen sein soll. Die künstliche Intelligenz soll eigentlich dafür sorgen, dass die Gesichter bei Porträts prominent in den Mittelpunkt der Bildvorschau gerückt werden. Doch für welches Gesicht entscheidet sich der Algorithmus, wenn er mehrere Gesichter zur Auswahl hat? In einem Experiment hat der Twitter-Nutzer Tony Arcieri verschiedene Bilder gepostet, auf denen sowohl der ehemalige US-Präsident Barack Obama als auch der US-Politiker Mitch McConnell abgebildet sind. Auf den bei Twitter erscheinenden Vorschauen taucht jedoch nur McConnell auf. Man könnte annehmen, dass der Twitter-Algorithmus weiße Gesichter bevorzuge, doch so einfach ist es nicht, wie andere Beispiele zeigen. Verstörend bleibt es dennoch.
Mittlerweile hat sich Twitter-Sprecherin Liz Kelley zu der Problematik geäußert: “Vielen Dank an alle, die dies angesprochen haben. Wir haben vor der Auslieferung des Modells auf Verzerrungen getestet und bei unseren Tests keine Hinweise auf rassistische oder geschlechtsspezifische Verzerrungen gefunden, aber es ist klar, dass wir noch mehr Analysen durchführen müssen. Wir werden unsere Arbeit als Open Source veröffentlichen, damit andere sie überprüfen und replizieren können.”

7. Bei #Bild gibt es einen, wie ich finde, gefährlichen Kommentar zu den “Corona-Regeln”.
(twitter.com, Lorenz Meyer)
Als zusätzlicher und siebter Link, weil in eigener Sache: Auf Twitter analysiert der “6 vor 9”-Kurator einen “Bild”-Kommentar. Dabei geht es um Meinungsmanipulation durch Sprache. Aus dem Fazit: “Die Zeitung bereitet damit das Terrain für Corona-Leugner, Verschwörungs- und ‘Querdenker’, Reichsbürger, AfD-ler, Rechtsextreme und all die Unzufriedenen, die sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlen. Ein Spiel mit dem Feuer – und mit unserer Gesundheit.”

Leave a Reply

Vaše emailová adresa nebude zveřejněna. Vyžadované informace jsou označeny *