Posted by on Srp 11, 2021 in Deutsch | 0 comments

“Ehrenmorde”, Hemdsärmliche RTL-News, Wackelige Digitalpolitik

“Ehrenmorde”, Hemdsärmliche RTL-News, Wackelige Digitalpolitik

1. Mythen und Fakten zu “Ehrenmorden”
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann)
Fabian Goldmann hat den jüngsten Fall einer in den Medien als “Ehrenmord” betitelten Tat zum Anlass genommen, Klischees zum Thema zu überprüfen und Fakten dazu zusammenzutragen: Was sind “Ehrenmorde”? Was unterscheidet sie von sonstigen Beziehungstaten? Wie viele “Ehrenmorde” gibt es in Deutschland? Wer begeht sie? Was hat der Islam damit zu tun? Wo haben sie ihren kulturellen Ursprung?
Weiterer Lesehinweis: Passend dazu gibt es ein Interview mit der Juristin Julia Kasselt, die “Ehrenmorde in Deutschland” erforscht hat. In einer weiteren Studie hat Kasselt untersucht, ob Richter wirklich einen “Kulturrabatt” für “Ehrenmörder” vergeben.

2. Die hemdsärmliche neue Nachrichten-“Primetime” von RTL
(uebermedien.de, Stefanie Menschner)
Stefanie Menschner wollte wissen, was an RTLs “Informationsoffensive” samt in den Nachmittag vorverlegter, nun ja, News-Formate dran ist und hat sich eine Woche das RTL-Programm angeschaut. Erschöpft fasst sie zusammen: “Das ganze angebliche ‘Primetime’-Programm von RTL am Nachmittag ist eher verwirrende Redundanz als offensive Information. Ich fühle mich auch nach einem zweiten ‘RTL aktuell’ nicht informierter, und nach dem dritten Clip eines witzigen Hundevideos aus dem Netz einfach sehr satt.”

3. Das wackelige Fundament der Digitalpolitik
(netzpolitik.org, Rahel Lang)
Die Stiftung Neue Verantwortung (SNV) hat die Wahlprogramme der Parteien hinsichtlich ihrer Aussagen zur Digitalpolitik untersucht. Rahel Lang hat sich die Analyse durchgelesen und fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen: “Seit Jahrzehnten ist in der deutschen Politik die Kluft zwischen den ‘technologischen Ambitionen’ und der bitteren Realität gigantisch. Da wäre zum Einen die Tatsache, dass Deutschland im europäischen Vergleich der Breitbandabdeckung hinterherhinkt. Zum Anderen geht die Digitalisierung der Verwaltung nur schleichend voran. Aus der Analyse des SNV geht hervor, dass das politische Berlin diese Schwachstellen zwar grundsätzlich anerkenne, es aber ‘ein Umsetzungsproblem’ gebe.”

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4. TikTok für Journalist:innen – so gelingt der Einstieg
(fachjournalist.de, Marcus Bösch)
TikTok ist ein Portal für kurze Videoclips, das sich vor allem an Teens und Twens richtet. Der große Erfolg der Plattform lockt jedoch immer mehr Leute außerhalb der ursprünglichen Zielgruppe an. Was muss man als Journalist oder Journalistin über TikTok wissen? Und lohnt es sich vielleicht sogar, dort selbst Inhalte anzubieten? Interessierten sei außerdem ein Blick auf die vom Autoren geführte Liste von deutschsprachigen Medien und Medienschaffenden auf TikTok empfohlen.

5. Facebook stoppt Fake-News-Kampagne gegen Corona-Impfung
(zeit.de)
Eine russische Werbeagentur soll versucht haben, weltweit Influencerinnen und Influencer für Falschinformationen über Corona-Impfungen einzuspannen. Ziel sei es gewesen, Corona-Impfstoffe in Verruf zu bringen, über deren Zulassung gerade debattiert wird: “Die Falschinformationskampagne hatte laut Facebook mehrere Stufen. Ende vergangenen Jahres sollte sie zunächst dem Impfstoff von AstraZeneca schaden. Fake-Konten verbreiteten die Behauptung, der Impfstoff verwandle Menschen in Schimpansen. Einige Monate später habe die Kampagne dann auch den Impfstoff von BioNTech und Pfizer ins Visier genommen. Zudem soll die Agentur versucht haben, ein angebliches Geheimdokument zu verbreiten, das Hacker angeblich bei einem Datenangriff auf AstraZeneca erbeutet haben sollten.”

6. Bling und Bilder
(faz.net, Axel Weidemann)
Instagram entwickelt sich weg von einer Foto-Plattform und hin zu einem Ort für Videos, was der Kunstszene laut “Guardian” gar nicht gefalle. “FAZ”-Redakteur Axel Weidemann kommentiert: “Hätte beispielsweise Andy Warhol Instagram genutzt – und das hätte er sicher – und man hätte ihm gesagt, er müsse jetzt singen und tanzen, weil das Publikum unterhalten werden will, er hätte vermutlich einen Buntstift durch sein Smartphone gerammt. Oder gesungen und getanzt.”

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